Mitglieder des Burger Autorenkreises lesen eigene Texte: Lyrik, Kurzprosa, Ausschnitte aus größeren Arbeiten. Ernstes und Heiteres wird zu hören sein. Die Autoren fühlen sich dem Erbe von Brigitte Reimann verpflichtet.
„‚Post vom schwarzen Schaf‘ – Brigitte Reimanns Briefwechsel mit ihren Geschwistern 1960–1972“ – Lesung in Neubrandenburg
Was: Lesung mit David C. Bunners, Sandra Maria Fronterré und Christine Schmidt Wann: Sa., 21.07.18, 20 Uhr Wo:Latücht, Große Krauthöfer Str. 16, 17033 Neubrandenburg Wieviel: 10 €, erm. 8 € Anmeldung: Tel. 0395/5719180 oder info@literaturzentrum-nb.de
Brigitte Reimann wollte immer über ihre Geschwister schreiben. Deren Konflikte, Reibungen, Energie schienen ihr symptomatisch für die junge Generation, die sich in den 60er Jahren aufmachte, ihre Ideale umzusetzen. Weil kaum jemand damals Telefon hatte, gingen Briefe zwischen Rostock, Hoyerswerda und Hamburg hin und her: Ermutigungen, Beichten, „Weiberkram“. Besonders mit Lutz, der in den Westen geflohen war, stritt sie erbittert über Politik. Am Ende ihres Lebens, als sie sich ironisch als „schwarzes Schaf“ der Familie sah – kinderlos, krebskrank, der Roman unvollendet -, waren es die Geschwister, die ihr Mut machten. Nun fügen sich die unzähligen Briefe der Brüder und Schwestern zu einem deutsch-deutschen Familienroman, in dessen Zentrum eine außergewöhnliche Schriftstellerin steht.
Das Programm zum Brigitte-Reimann-Jahr wird gefördert vom Immobilienfonds Ärztehaus An der Marienkirche Neubrandenburg.
Irmgard Weinhofen, Berlin, erzählt zum 85. Geburtstag der Schriftstellerin von Entstehung und Erscheinen der ersten Erzählung, die ihr sofort Aufmerksamkeit und Anerkennung brachte. Es wird sowohl ein Bild der damaligen Zeit, als auch der Wirkung des Buches vermittelt.
Neuerscheinung „‚Ich möchte so gern ein Held sein‘ – Der Briefwechsel von Brigitte Reimann und Wolfgang Schreyer“
„Carpe diem, intensiv leben, das muß ihr Wahlspruch sein. Weltoffen wirkt sie, schnell begeistert, risikofreudig; lebhaft und farbig will sie’s gern haben (…) Don’t fence me in! Man spürt, wie leicht sie dem Reiz des Neuen, der Freude am Wagnis erliegt. Ihr Hunger macht sie verletzlich, verführbar.“ So erinnert sich Wolfgang Schreyer fast 40 Jahre später an Brigitte Reimann. Als sie sich Mitte der 1950er Jahre kennenlernen, ist der sechs Jahre ältere bereits literarisch erfolgreich. Fast über 20 Jahre, bis zum frühen Tod Brigitte Reimanns, führen beide einen intensiven, offenen und höchst persönlichen Briefwechsel. Diese Briefe sind daher nicht nur spannendes Zeitzeugnis, sondern ein ebenso anrührendes wie kurzweiliges Portrait zweier Künstlerpersönlichkeiten, die auch als Menschen beeindrucken.
Die Schauspielerin und Schrifstellerin Inés Burdow hat Brigitte Reimann einen Monolog geschrieben. Die Unvollendete sind Variationen einer heutigen Sicht auf die DDR-Schriftstellerin. Ein Entwurf – innerer Monolog, kurz vor ihrem Tod. Gespräche mit einem imaginären Liebhaber. Ben, die literarische Figur aus ihrem unvollendeten Roman Franziska Linkerhand, bei der Reimann eigentlich angelehnt an eine große gescheiterte Liebe, steht hier für ewige Sehnsucht, steht für alle Männer in ihrem Leben und für einen Teil ihres Selbst. Ein Stück über Zweifel und Verzweiflung an „der Sache“, Stasi und Selbstmordgedanken und das Ringen um die Fertigstellung ihres großen Romans Franziska Linkerhand.
„Stadt & Literatur“ – Konferenz in Burg bei Magdeburg
Cover „Franziska Linkerhand“
Was: Konferenz „Stadt & Literatur“ – Brigitte Reimann zum 85. Geburtstag Wann: 06.–08.09.18 Wo:Stadthalle Burg, Platz des Friedens 1, 39288 Burg bei Magdeburg
„Ich habe für diese Stadt gekämpft, damit es den Leuten Spaß macht, dort zu wohnen …“. Für dieses Ziel hat sich die Schriftstellerin Brigitte Reimann nicht nur in ihrem Roman Franziska Linkerhand engagiert. 1960 bis 1968 war sie in Hoyerswerda Zeugin des Aufbaus der Neustadt und griff in die Debatten ein, wie man in einer sozialistischen Stadt arbeiten und leben sollte. Das müsste sich auch in der Art und Weise des Bauens wiederfinden, die sie als „kluge Synthese zwischen dem Notwendigen und dem Schönen“ verstanden wissen wollte.
Anknüpfend an den Kampf der Autorin um die menschliche Stadt will die Konferenz StadtplanerInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen und interessierte BürgerInnen miteinander ins Gespräch bringen:
Was sagt uns Reimanns städtebaulicher Diskurs heute? Wie gehen StadtplanerInnen mit dem Erbe der „sozialistischen Stadt“ um und welche Perspektiven haben sie heute auf Reimanns Postulat der „heiter lebendigen Straße“? Welchen Blick hat die Gegenwartsliteratur auf Stadt und das städtische Leben? Und wie reagieren beide Disziplinen auf ein zunehmendes Interesse am „Gegenteil von Stadt“: Land, Provinz, Dorf?
Getragen wird die Veranstaltung von der Brigitte-Reimann-Gesellschaft e.V. (BRG) in Kooperation mit der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung SRL e.V.
Inés Burdow, die bereits mit dem gleichnamigen Solostück über Brigitte Reimann tourte, traf Freunde und Wegbegleiter der Autorin, sie sprach mit den Brüdern, mit ihrer besten Freundin Irmgard Weinhofen und mit dem Radio-Journalisten Juergen Schulz, der sich an die gemeinsame Zeit an der Seite von Brigitte Reimann in Neubrandenburg erinnert.
„Frau Reimann inszeniert die Liebe“ – Sommerfest in Neubrandenburg
Was: Lesung und Jazz mit Regina Raderschall und Andreas Meenke Wann: Fr., 29.06.18, 20 Uhr Wo:Brigitte-Reimann-Literaturhaus, Gartenstr. 6, 17033 Neubrandenburg Wieviel: 8 €, erm. 6 € Anmeldung: Tel. 0395/5719180 oder info@literaturzentrum-nb.de
„…und für eine Sekunde schmolz mir die Welt zusammen in den hellbraunen, rostfarben gefleckten Augen.“ Wie die Schriftstellerin Brigitte Reimann in der Erzählung „Die Geschwister“ und dem unvollendeten Roman „Franziska Linkerhand“ die Liebe in Szene setzt, das macht Autorin Regina Raderschall zum Thema ihrer Lesung. Für Musik sorgt Andreas Meenke, Festival-Kurator des Neubrandenburger Jazzfrühlings. Er legt auf, was Reimann bei der ersten Begegnung mit ihrem späteren Ehemann Siegfried Pitschmann hören wollte: „ein bisschen Jazz oder was anderes Flottes“.
Das Programm zum Brigitte-Reimann-Jahr wird gefördert vom Immobilienfonds Ärztehaus An der Marienkirche Neubrandenburg.
„Wär schön gewesen – Der Briefwechsel zwischen Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann“ – Lesung in Potsdam
„Wär schön gewesen!“ – Der Briefwechsel zwischen Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann
Lydia Wilke und Fabian Ranglack lesen aus dem Briefwechsel zwischen Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann. Die in diesem Band erstmals veröffentlichte Korrespondenz schließt eine Lücke in den bereits erschienenen Briefwechseln der DDR-Schriftstellerin und ermöglicht Einblicke in das private und berufliche Zusammenleben Brigitte Reimanns mit ihrem Ehemann und Schriftstellerkollegen Siegfried Pitschmann.
Die Gesellschaft der Liebhaber des Theaters hat sich des Märchens „Maja, die Waldfee“ angenommen, das Brigitte Reimann als Schülerin geschrieben hat. Elfen, Feen, Kobolde und andere Märchengestalten werden den Literaturhausgarten verzaubern.
Das Programm zum Brigitte-Reimann-Jahr wird gefördert vom Immobilienfonds Ärztehaus An der Marienkirche Neubrandenburg.